Pinot Gris Schengen 2018 vom Château Pauqué (Abi Duhr)

Château Pauqué 2018 Pinot Gris - Schengen
Vermeintliche Kenner rümpfen beim Grauburgunder gerne die Nase: Zu wenig Säure, zu süffig, "Everybody's Darling" ohne Ecken und Kanten. Kurz: Langweilig.
Dass es auch anders geht, zeigt der Blick über die Grenze nach Luxemburg. Die Geschichte der Obermosel ist hier der Schlüssel: Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Austritt aus der Zollunion mit Deutschland orientierte sich Luxemburg Richtung Belgien und Frankreich. Während auf der deutschen Seite noch lange der Elbling dominierte, kultivierten die Luxemburger schon früh französische Burgundersorten.
Ich habe regelmäßig Top-Pinot Gris von Häusern wie der Domaine Claude Bentz oder Henri Ruppert im Glas. Aber was Abi Duhr – das "Enfant terrible" und der heimliche Weinpapst Luxemburgs – abliefert, spielt in einer eigenen Liga. Wer seinen Auxerrois "Clos du Paradis" aus dem Barrique kennt, weiß, dass dieser Mann keine Kompromisse macht.
Der Pinot Gris Schengen 2018 ist für mich einer der charaktervollsten Vertreter an der gesamten Mosel:
Optik: Tiefes Goldgelb, enorme Konzentration.
Aromatik: Ein Mix aus Honig, reifer Mango und weißem Pfirsich.
Struktur: Getragen von der markanten Mineralität der Rot-Sandstein-Lage.
Mein Fazit: Das hier ist kein gefälliges Wässerchen. Das ist Kraft, Eleganz und purer Charakter. Ein Wein, der jeden Pinot-Gris-Skeptiker eiskalt erwischt und zeigt, was möglich ist, wenn man die Traube ernst nimmt.